
Bauernregeln & Lostage
Überlieferte Wetter- und Bauernregeln aus dem deutschen Kalenderbrauchtum – die bekanntesten Lostage von den Eisheiligen über Siebenschläfer bis Martini, dazu allgemeine Wettersprüche.
Lostage im Jahresverlauf
- 2.„Lichtmess im Klee, Ostern im Schnee.“
- 11.„Vor Bonifaz kein Sommer, nach der Sophie kein Frost.“
- 15.„Pankraz, Servaz, Bonifaz machen erst dem Sommer Platz.“
- 8.„Wie das Wetter am Medardustag, es sechs Wochen bleiben mag.“
- 24.„Regnet's am Johannistag, regnet's noch vierzehn Tage danach.“
- 27.„Wie das Wetter am Siebenschläfer sich verhält, ist es sieben Wochen lang bestellt.“
- 2.„Mariä Heimsuchung Regen bringt selten Segen.“
- 25.„Ist Sankt Jakob schön und rein, wird das nächste Jahr voll Korn sein.“
- 10.„Wie's Wetter am Laurentiustag, so wird der ganze Herbst danach.“
- 24.„Bartholomäus treibt den Herbst herein.“
- 29.„Ist's an Michaelis klar, gibt's ein schönes nächstes Jahr.“
- 16.„Sankt Gallus treibt die Kuh von der Weide ins Stroh.“
- 11.„Wie das Wetter an Martini war, so soll's bleiben das ganze Jahr.“
- 25.„Katharina stellt den Tanz ein.“
- 30.„Andreasschnee tut den Saaten weh.“
- 4.„Wie's Wetter an Barbara war, so wird's im ganzen nächsten Jahr.“
- 24.„Christnacht klar und hell, hofft man auf ein gutes Jahr.“
Allgemeine Wetterregeln
- „Abendrot – Schönwetterbot; Morgenrot – mit Regen droht.“
- „Kräht der Hahn auf dem Mist, ändert sich das Wetter, oder es bleibt, wie es ist.“
- „Ist der Mai kühl und nass, füllt's dem Bauern Scheun' und Fass.“
- „April, April, der weiß nicht, was er will.“
- „Märzenstaub bringt Gras und Laub.“
- „Wenn die Schwalben niedrig fliegen, wirst du bald Regen kriegen.“
- „Nebel im Herbst und Sonnenschein bringen guten, kühlen Wein.“
- „Trockener Januar – dem Bauern ganz und gar.“
- „Februar, wenn's stürmt und schneit, ist der Frühling nicht mehr weit.“
- „Grüne Weihnacht, weiße Ostern.“
- „Säst du im Staub, so wächst dir Laub.“
- „Wie's Wetter am Sonntag, so die ganze Woche.“
- „Ist der Oktober warm und fein, kommt ein scharfer Winter drein.“
- „Wenn der Hahn kräht auf dem Tor, ändert sich das Wetter oder es bleibt, wie's war.“
- „Novemberdonner sagt dem Bauern Gutes an.“
- „Viel Eicheln im September, viel Schnee im Dezember.“
- „Wie der Juni, so der Dezember.“
- „August ohne Feuer, macht das Brot teuer.“
- „Juli heiß und ohne Regen, bringt dem Landmann keinen Segen.“
- „Ist der September lind, ist der Winter ein Kind.“
Bauernregeln – Kulturgut aus dem Kalender
Bauernregeln gehören zum immateriellen Kulturerbe des ländlichen Deutschlands. Über Generationen dienten sie Bauern als Gedächtnisstütze für Aussaat, Ernte und Wetter, lange bevor es Wetterdienste gab. Viele sind an Namens- und Heiligentage geknüpft, die zugleich als „Lostage“ galten.
Bekannte Beispiele sind die Eisheiligen Mitte Mai (Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius, kalte Sophie), der Siebenschläfer am 27. Juni und Martini am 11. November. Die Regeln spiegeln Beobachtung und Erfahrung wider – als Wettervorhersage im heutigen Sinn sind sie nicht gedacht.
Häufige Fragen
Was sind Bauernregeln?
Bauernregeln sind überlieferte Merksprüche, die Wetter und Ernteverlauf mit bestimmten Kalendertagen (Lostagen) verknüpfen. Sie entstanden aus jahrhundertelanger Beobachtung und haben volkskundlichen Wert – einen wissenschaftlich-meteorologischen Anspruch erheben sie nicht.
Was ist ein Lostag?
Ein Lostag ist ein Kalendertag, dem nach alter Überlieferung eine besondere Bedeutung für Wetter oder Ernte zugeschrieben wird – etwa Siebenschläfer (27. Juni), die Eisheiligen (Mitte Mai) oder Martini (11. November).
Stimmen Bauernregeln?
Manche Regeln treffen statistisch erstaunlich oft zu, weil sie stabile Großwetterlagen beschreiben (z. B. die Siebenschläfer-Regel). Als verlässliche Wettervorhersage taugen sie jedoch nicht – sie sind Kulturgut, keine Wissenschaft.